| Segregation
und Gentrification in der schrumpfenden Stadt?
Vor dem Hintergrund der rasanten Bevölkerungsverluste
ostdeutscher Städte sowie der absehbaren demografischen Entwicklungen
in Deutschland hat sich die Diskussion um die stadtentwicklungspolitischen
Folgen von Schrumpfungsprozessen in den letzten Jahren deutlich verstärkt.
Bislang fehlen jedoch Erkenntnisse zu den kleinräumigen Differenzierungen,
die sich im Rahmen einer gesamtstädtischen Schrumpfung vollziehen,
zu den soziokulturellen Hintergründen und den Trägern dieser Prozesse,
sowie zu den Folgen, die diese Umschichtungsprozesse letztendlich
für die Stadtgesellschaften haben. Das Projekt soll dazu beitragen,
dieses Forschungsdefizit abzubauen. Am Beispiel innenstadtnaher, gründerzeitlicher Wohngebiete
in der Stadt Leipzig wurde zunächst untersucht, ob und in welcher
Form sich seit der Wende eine Auflösung bestehender Bewohnerzusammensetzungen
vollzogen und eine Um- bzw. Neubewertung der Wohnstandorte stattgefunden
hat. Eine Besonderheit des Projekts ist sein Längsschnittcharakter,
da vergleichbare statistisch-quantitative Daten aus Vorgängeruntersuchungen
(siehe Wiest 1997) zur Verfügung stehen. Insbesondere
durch die Gegenüberstellung von Mitte der 1990er Jahre erhobenen Datenmaterial
mit aktuellen Erhebungen aus dem Jahr 2002 lassen sich wichtige Entwicklungen
der Wohngebiete nach der deutschen Vereinigung erkennen. Neben der
statistisch-quantitativen Erfassung des Wandels wurde sozio-kulturellen
Ursachen der Auf- und Abwertung von Stadtgebieten anhand wahrnehmungsgeographischer
und qualitativer Methoden nachgegangen. Deindustrialisierung, ein geringer Anteil an hochbezahlten
Arbeitsplätzen in Dienstleistungsberufen, soziodemografische Faktoren
wie Überalterung und brain drain gelten im allgemeinen nicht als Motoren
der Gentrification. In diesem Sinn wurde bereits die wirtschaftliche
Rezession der frühen 1990er Jahre in England und den USA von einigen
Autoren als Ende der Gentrification gedeutet. Als Kennzeichen der
Post-Gentrification-Ära werden u.a. der kleinere Pool an potentiellen
Gentrifiern, die reduzierte Nachfrage nach entsprechenden Wohnmöglichkeiten
und daher die abnehmende Bedeutung der Gentrification für die Stadtentwicklung
genannt (Bourne 1993, S. 103f). Anknüpfend an die Debatte um eine Degentrifizierung
stellt sich die Frage, inwieweit Beziehungen zur bundesdeutschen Diskussion
um schrumpfende Städte in Ostdeutschland bestehen und
davon Impulse für die ostdeutsche Gentrificationforschung ausgehen
können. In der Diskussion um die stadtentwicklungspolitischen
Folgen von Schrumpfungsprozessen fällt jedoch auf, dass eine einheitliche
Problemdefinition fehlt. Je nach Fragestellung treten entweder wirtschaftliche,
demografische, soziale, bauliche, finanzielle oder funktionelle Faktoren
in den Vordergrund. Besonders im Zusammenhang mit den Entwicklungen
in ostdeutschen Städten sind zahlreiche Veröffentlichungen erschienen,
die die Auswirkungen der Bevölkerungsschrumpfung in den Mittelpunkt
der Analyse stellen und hier insbesondere den Wohnungsleerstand thematisieren.
In diesem Zusammenhang findet auch häufig der Begriff des Mietermarktes
Verwendung. Im Unterschied zu den komplexen Inhalten des Begriffs
Schrumpfung bezieht sich die Bezeichnung Mietermarkt
auf das Verhältnis von Wohnangebot und -nachfrage und richtet sich
damit konkret auf die Situation des ostdeutschen Wohnungsmarktes mit
einem erheblichen strukturellen Angebotsüberhang bei hohem Mietwohnungsanteil.
Der Begriff der Schrumpfung erweist sich demgegenüber insbesondere
dann als nützlich, wenn sich Erklärungen für sozialräumliche Differenzierungen
nicht allein auf die Ebene des Wohnungsmarktes beschränken, sondern
darüber hinausgehend im wirtschaftlichen, demographischen und kulturellen
Strukturwandel gesucht werden. Das bedeutet u.a., dass die Ursachen
für qualitative und quantitative Nachfrage- und Angebotsveränderungen
analysiert werden, die mit der sozialen und ökonomischen Entwicklung
der Gesamtstadt in Zusammenhang stehen. Um das Ausmaß und die unterschiedlichen
Dimensionen von Schrumpfung zu erfassen, haben wir einen Indikatorenkatalog
zusammengestellt, der gentrificationfördernden Bedingungen gegenübergestellt
wird (vgl. Tab. 1). Tabelle 1: Indikatoren
für Schrumpfung und gentrificationfördernde Bedingungen (Entwurf:
Wiest, K. 2004b) Bevölkerungsent-wicklung überdurchschnittlicher Einwohnerrückgang stagnierende bzw. wachsende Einwohnerzahlen
vor allem durch den Zuzug junger Bevölkerungsgruppen mit urbanen
Wohnpräferenzen Wanderung negativer Wanderungssaldo, geringe bis fehlende
interregionale u. internationale Zuwanderung positiver Wanderungssaldo, starke überregionale
Zuwanderung Altersstruktur starke, zunehmende Überalterung zuwanderungsbedingte Zunahme junger Bevölkerungsgruppen
Haushaltsstrukturen unterdurchschnittliche u. rückläufige Bedeutung
von jungen Haushalten und Familien wachsende Bedeutung junger und neuer Haushalte,
rückläufige Bedeutung von Familien, abnehmende Haushaltsgrößen ökonomische
Dimensionen Arbeitsmarkt überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit, niedrige
Erwerbsquote Arbeitsplatzwachstum, niedrige Erwerbslosenquote Einkommen, Kaufkraft stabile oder rückläufige
Realeinkommen, geringe Kaufkraft wachsende Realeinkommen, hohe Kaufkraft Branchenstruktur Deindustrialisierung
(Bedeutungsverlust des sekundären Sektors) diversifizierte Branchenstruktur mit starker
Ausprägung des Dienstleistungsbereichs auf Grundlage einer starken
industriellen Basis, new economy kommunale Finanzen fehlende Einnahmen, überdurchschnittliche
Defizite, wachsende Einsparungen umfangreiche öffentliche Investitionen in
die Infrastruktur Wohnungsmarkt starker und zunehmender Wohnungsleerstand, Überangebot
auf vielen Teilmärkten (Mietermarkt) geringer Anteil an innerstädtischem Wohneigentum Angebotsverknappung auf vielen Teilmärkten (Anbietermarkt) wachsender Anteil an innerstädtischem Wohneigentum infrastrukturelle, kulturelle Dimensionen Freizeit geringe/einseitige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung attraktive, vielseitige Möglichkeiten der
Freizeitgestaltung Kultur einseitiges bzw. abnehmendes Angebot vielfältiges, differenziertes Angebot Bildung geringe bzw. rückläufige Bedeutung als Ausbildungsstandort zentrale und zunehmende Bedeutung als Ausbildungsstandort,
wichtiger Hochschulstandort Dieser Katalog benennt Strukturmerkmale auf gesamtstädtischer
Ebene, die den Umfang und die Intensität von Gentrificationprozessen
beeinflussen können. Dabei wird schnell erkennbar, dass viele Kennzeichen
von Schrumpfungsphänomenen im Widerspruch zu den Faktoren stehen,
die allgemein als gentrificationfördernd gelten. So bedingen z.B.
regionale Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftskraft den Zuzug von Arbeitnehmern,
die wiederum die Stärke und Art der Wohnungsnachfrage beeinflussen.
Junge Beschäftigte in Unternehmen der Medien-, Software-, Informations-
und Kommunikationsbranche sowie der Biotechnologie, die als potentielle
Nachfrager nach innenstadtnahen Wohnmöglichkeiten gelten, sind zum
Beispiel in den ostdeutschen Städten - mit Ausnahme Berlins - im Vergleich
mit westdeutschen Großstädten eher schwach vertreten. In diesem Zusammenhang
wurde immer wieder hervorgehoben, dass in Ostdeutschland neue Haushaltstypen
nur einen geringen Anteil an der städtischen Bevölkerung einnehmen
und entsprechende Lebensstile mit den dazugehörigen urbanen Wohnpräferenzen
kaum ausgeprägt sind (z.B. Harth, Herlyn, Scheller 1996). Eine (unvollständige)
Operationalisierung von Schrumpfung bzw. gentrificationfördernden
Bedingungen mit Hilfe einiger zentraler statistischer Kennziffern
gibt hier bereits Hinweise auf die jeweilige Position einzelner Kommunen
im Städtevergleich (vgl. Tab. 2). Tabelle 2:
Strukturmerkmale der größten Städte in den neuen Ländern (> 200.000
EW), Quelle: Statistische Ämter der Städte * bei Leipzig, Dresden, Chemnitz und Erfurt wurden
die eingemeindeten Ortsteile herausgerechnet Die Einwohnerentwicklung und der Ausländeranteil
als Indikatoren für die Anziehungskraft der Stadt sowie die Kaufkraft
als Indikator für den ökonomischen Status der Stadtbewohner veranschaulichen,
dass sich Wohnstandortentscheidungen in westdeutschen Metropolen und
den größten Städten Ostdeutschlands unter ganz unterschiedlichen Prämissen
vollziehen. Aber auch der Blick auf die Einwohnerzahlen macht deutlich,
dass bekannte Gentrificationstudien in den alten Ländern meist in
Städten über 500.000 Einwohnern durchgeführt wurden. Die größten Städte
in den neuen Ländern, in denen nach Aufwertungsprozessen gesucht wird,
erreichen dagegen nicht einmal die 500.000 Einwohnergrenze. Trotz
dieser unterschiedlichen Rahmenbedingungen zeigen empirische Studien
in altindustrialisierten, schrumpfenden Regionen, dass Stadtzentren
auch bei gesamtstädtischen Einwohnerverlusten weiterhin Zuzug aufweisen
(vgl. Lambert & Boddy
2002, S. 4f.). Hier stützen insbesondere die Revitalisierungsbemühungen
in den Innenstädten und die gleichzeitige Abwertung anderer Stadtteile
den Prozess der Gentrification. Auch die kulturelle Inwertsetzung
entindustrialisierter, innerstädtischer Flächen kann die Aufwertung
der Innenstädte vorantreiben. Allerdings gewinnen in diesem Zusammenhang
auch außerökonomische Aspekte zur Erklärung sozialräumlicher Differenzierungsprozesse
an Bedeutung. Diese erschließen sich vor allem auf der Ebene der Akteure, ihren Motiven
sowie den soziokulturellen Hintergründen ihres Handelns. In der Vorgängeruntersuchung (siehe Wiest 1997) wie auch in anderen wissenschaftlichen Untersuchungen
(Harth, A., Herlyn, U. &
G. Scheller 1996) konnten etwa bis Mitte der 1990er
Jahre keine oder kaum ausgeprägte Segregations- oder Gentrificationprozesse
in den innerstädtischen Altbauvierteln festgestellt werden. In dieser
Phase war die Entwicklungsdynamik der Altbauviertel vor allem durch
massive Bevölkerungsverluste und das Einsetzen der Sanierung geprägt.
Das Jahr 1997 markiert einen Wendepunkt in der Entwicklung der ostdeutschen
Cityrandgebiete. Von den veränderten Rahmenbedingungen auf dem Wohnungsmarkt
(Leerstand, sinkende Mietpreise) gehen neue Impulse aus. Die zunächst
noch verhaltene, vorwiegend durch die sozial selektive Abwanderung
ins Umland sowie in andere Regionen getragene Entmischung der Sozialstrukturen
erfährt ab 1997 eine deutliche Beschleunigung durch eine extrem angestiegene
Umzugshäufigkeit unter den Bedingungen eines Mietermarktes. Auf Grund
der unterschiedlichen Wanderungsbilanz und Einwohnerentwicklung, der
Investitions- und Bautätigkeit und der funktionalen Strukturen kristallisieren
sich in innerstädtischen Wohngebieten ab 1999 zunehmend Unterschiede
zwischen den bevorzugten und weniger bevorzugten Lagen heraus. Abbildung 1: Vergleich der Einkommensstrukturen
1994 und 2002 (eigene Erhebungen) Kennzeichen der Gebiete mit Aufwertungstendenzen
sind u. a. eine positive Einwohnerentwicklung seit Ende der 1990er
Jahre, die deutliche Zunahme von Bewohnern mit höheren Bildungsabschlüssen
und/ oder überdurchschnittlichen Nettohaushaltseinkommen (Abb.1) sowie
der Bedeutungsgewinn höherrangiger Dienstleistungsfunktionen. Dass
sich in den innerstädtischen Vierteln in den letzten Jahren eine vergleichsweise
mobile, jedoch stark auf innenstadtnahe Standorte orientierte Bewohnerschaft
etabliert hat, machen die Zuzugsgründe in die Gebiete deutlich: Ein
Großteil der Nennungen entfiel auf urbane Standortvorteile wie Citynähe,
die Erreichbarkeit von Kultur- und Gastronomiebetrieben, die Nähe
zu Universität und Arbeitsplatz. Einen wesentlichen Faktor stellt
aber auch das besondere Flair der Gebiete dar. Insbesondere in den
Untersuchungsgebieten Leipziger-Südvorstadt und Leipzig-Waldstraßengebiet
entfielen knapp ein Viertel der Nennungen auf die spezifische Atmosphäre
von Altbauvierteln, das gründerzeitliche Ambiente sowie das besonders
positive Image der Wohngebiete (Tab. 3). Tabelle 3: Zuzugsgründe der ab 1998 in die
jetzige Wohnung gezogenen Bewohner citynaher Altbaugebiete (in %, Mehrfachnennungen möglich, eigene Erhebungen) Leipzig-Neustädter Markt Leipziger-Südvorstadt Leipzig-Waldstraßenviertel Lage (insbesondere Citynähe) 26 17 31 Altbau-Atmosphäre, Flair gründerzeitliches
Ambiente 2 12 13 Image (u.a. Milieu/Szene, beste Wohngegend etc.) 1 11 9 Erreichbarkeit
von Kneipen, Kultur, Gastronomie 0 9 1 Nähe
zu Grünflächen, Parkanlagen 0 12 17 Infrastruktur (Schule/
Kindergarten, Einkaufen, Verkehrsanbindung) 4 7 3 Wohnqualität (Wohnqualität,
Ruhe) 1 2 4 Nähe z. Arbeits-/Ausbildungsplatz (u.a. Uni) 12 10 8 Freunde
in der Nähe 12 9 2 bin
hier verwurzelt 11 3 4 Zuzug vom Stadtteil unabhängig (Zufall, Zuweisung) 26 5 6 sonstige Gründe 5 3 2 gesamt 100% 100% 100% N (Anzahl der Nennungen insgesamt)= 162 446 450 Da
lokale Einwohnerzuwächse unter Schrumpfungsbedingungen in starkem
Maße an die innerstädtischen Wanderungsströme gebunden sind, bedingen
diese an anderer Stelle Abwanderung, Entleerung und Funktionsverluste.
Städtische Räume mit Abwertungstendenzen zeichnen sich u.a. durch
einen zunehmenden Wohnungs- und Geschäftsleerstand, unterdurchschnittliche
Sanierungs- und Instandsetzungsquoten, die Konzentration benachteiligter
Bevölkerungsgruppen sowie einen Abbau der Stadtteilinfrastruktur aus. Orientiert man sich bei der Analyse von Gebieten
mit Aufwertungstendenzen an bekannten Gentrificationstudien aus den
alten Bundesländern (vgl. Tab. 2, insbes. Blasius 1993, Dangschat
& Friedrichs 1988) mit der vereinfachten Darstellung von Gentrifier-
und Pionierhaushalten als Träger von Aufwertungsprozessen, dann lassen
sich vordergründig ähnliche Entwicklungen wie in Vergleichsstudien
aus Städten der alten Bundesländer identifizieren. Betrachtet man
allerdings Verlauf, Geschwindigkeit und Niveau der Prozesse, so sind
auffällige Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale charakteristisch:
So bedingt der Mietermarkt auf der einen Seite die selektiven Umzugsbewegungen
und somit eine Beschleunigung der Entmischungsprozesse. Auf der anderen
Seite ermöglicht dieser aber auch den Zugang statusniedriger Gruppen
zu Wohnraum in Stadtvierteln mit (potentiellen) Aufwertungstendenzen.
Die Art des Verlaufs des Quartierswandels könnte man vor diesem Hintergrund
als sanfte Gentrifizierung bezeichnen: So fand ab 1997
in den untersuchten Gebieten weder eine nennenswerte Verdrängung der
alteingesessenen Bewohnerschaft unter dem Druck von Investoren oder
explodierenden Mietpreisen, noch die für westeuropäische Gentrificationphänomene
typische Umwandlung des Mietwohnungsbestandes in Eigentumswohnungen
statt. Gegen eine verdrängende Gentrification sprechen
dagegen auch längerfristig Stand bei der Interpretation des statistisch-quantitativen
Datenmaterials besonders der Einfluss des ökonomischen und demografischen
Wandels unter dem Schlagwort Schrumpfung als Erklärung
im Zentrum, so traten im Kontext qualitativer Methoden kulturelle
Aspekte als Motoren der Auf- und Abwertung von Stadträumen in den
Vordergrund. Im Rahmen der Tiefeninterviews wurde deutlich, dass sich
die Auf- und Abwertung einzelner Stadträume nur unzureichend auf Grundlage
von baustrukturellen Merkmalen oder ökonomischen Handlungsspielräumen
der Nachfrager erklären lässt. Vielmehr hat sich gezeigt, dass öffentlichen
Diskursen über städtische Teilräume gerade unter den Bedingungen eines
Nachfragermarktes eine ganz zentrale Bedeutung zukommen. Hier stehen
intersubjektive Dimensionen und Prozesse sozialer Kommunikation im
Mittelpunkt, die sich in der Bewertung von Wohnstandorten und der
gesellschaftlichen Produktion von stadträumlichen Vorstellungsbildern
niederschlagen. In der bisherigen Untersuchung wurde erkennbar, dass
über die Stadträume zum Teil sehr stark ausgeprägte Stereotype vorliegen,
die die Gesprächspartner scheinbar selbstverständlich in ihre Äußerungen
und Handlungen einbeziehen. Allerdings blieb offen, welche Logik derartigen
Stereotypisierungen zugrunde liegt und welche Funktionen sie im Kontext
von Gentrification- und Segregationsprozessen übernehmen. Diesen Fragen wird in einer Weiterführung
des Projekts unter dem Titel Segregation und Gentrification
in der schrumpfenden Stadt Die Bedeutung raumbezogener Stereotype
und Symbole nachgegangen. Anliegen ist es, mittels einer Medienanalyse
und Tiefeninterviews die vorhandenen Ergebnisse zum Wandel in den
Untersuchungsgebieten und zur Wohnortwahl aus Sicht der Nachfrager
mit der Rekonstruktion der Inhalte öffentlicher Diskurse über städtische
Teilräume zu verknüpfen. Diskussionsbedarf? haben Sie eine andere Meinung? -->
Leserbrief schreiben Dr. Karin
Wiest ist Geographin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut
für Länderkunde. André Hill
ist Raumplaner und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut
für Länderkunde. Blasius, J.
1993: Gentrification und Lebensstile. Eine empirische Untersuchung.
Wiesbaden. Bourne, L. 1993:
The demise of gentrification? A commentary and prospective view. In:
Urban Geographie 14, H.1, S. 95-107. Dangschat,
J. & J. Friedrichs 1988: Gentrification in der inneren
Stadt von Hamburg. Eine empirische Untersuchung des Wandels von drei
Wohnvierteln. (= Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Stadtforschung).
Hamburg. Franz, P.
2000: Soziale Ungleichheit und Stadtentwicklung in ostdeutschen Städten.
In: Harth, A., Scheller, G. & W. Tessin (Hrsg.): Stadt und soziale
Ungleichheit. Opladen. S. 160-173. Friedrich,
K. 2000: Gentrifizierung. Theoretische Ansätze und Anwendung
auf Städte in den neuen Ländern. In: Geographische Rundschau 52, H.7/8,
S. 34-39. Harth, A.,
Herlyn, U. & G. Scheller 1996: Ostdeutsche Städte auf Gentrificationkurs?
Empirische Befunde zur gespaltenen Gentrification in Magdeburg.
In: Friedrichs, J. & R. Kecskes (Hrsg.): Gentrification. Theorie
und Forschungsergebnisse. Opladen. S. 167-192. Harth, A.,
Herlyn, U. & G. Scheller (1998): Segregation in ostdeutschen
Städten. Opladen. Lambert, C. & M. Boddy 2002: Transforming the City: Post-Recession Gentrification and Re-Urbanisation.
CNR-Paper 6, S. 1-26. Weiske, C.
1996: Gentrification und Incumbent Upgrading in Erfurt. In: Friedrichs,
J. & R. Kecskes (Hrsg.): Gentrification. Theorie und Forschungsergebnisse.
Opladen. S. 193-226 Wiest, K.
(1997): Die Neubewertung Leipziger Altbauquartiere und Veränderungen
des Wohnmilieus. Gesellschaftliche Modernisierung und sozialräumliche
Ungleichheiten (= Beiträge zur regionalen Geographie H.43). Leipzig. Kontakt: Dr.
Karin Wiest, K_wiest@ifl-leipzig.de, Tel.: 089-775205; Dipl. Ing.
André Hill, A_Hill@ifl-leipzig.de, Tel. : 0341-2556568 Leibniz-Institut für Länderkunde, Schongauerstr. 9, 04329 Leipzig http://www.ifl-leipzig.com/index.php?id=66,
http://www.shrinkingcities.com/arbeitspapiere0.0.html Bisherige Veröffentlichungen
zum Projekt Hill, A. &
K. Wiest (2004a): Segregation und Gentrification in der schrumpfenden
Stadt? Eine Längsschnittstudie in Leipziger Altbaugebieten. In: Oswald, Ph.
(Hrsg.): Working papers des Projektes schrumpfende Stadt, Bd. IV.
Halle Leipzig. S. 88-100. Hill, A. &
K. Wiest (2004b): Gentrification in ostdeutschen Cityrandgebieten?
Theoretische Überlegungen zum empirischen Forschungsstand. In: Berichte
zur deutschen Landeskunde H. 1/2004 (im Druck). Hill, A. & K. Wiest
(2003): Sanfte Gentrifizierung, Studentifizierung oder Durchgangsstation?
Aktuelle sozialräumliche Entwicklungen in ostdeutschen Innenstadtrandgebieten
(unveröff. Manuskript). Wiest, K.
(1997): Die Neubewertung Leipziger Altbauquartiere und Veränderungen
des Wohnmilieus. Gesellschaftliche Modernisierung und sozialräumliche
Ungleichheiten (= Beiträge zur regionalen Geographie H.43). Leipzig. Wiest, K.
(2003): Die Versorgung mit sozialen Infrastrukturen unter Schrumpfungsbedingungen
Entwicklungen in den neuen Ländern seit der Wiedervereinigung.
In: Eckhart, K. & K. Scherf
(Hrsg.): Deutschland auf dem Weg zur inneren Einheit (=Schriftenreihe
der Gesellschaft für Deutschlandforschung). Bd. 95, Berlin (im Druck).
S. 271-289. Wiest, Karin
(2001): Leipzig zwischen Segregation und Integration. In: Geographische
Rundschau H.3, S.10-16 Wiest, K.
(2001): Die Stabilität von Wohngebieten in schrumpfenden Städten
Sachsens. Eine Analyse charakteristischer Problemkonstellationen.
In: Europa Regional. 9.Jg./H4, S.192-203. |
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| Dies ist
ein Dokument der Seite www.schrumpfende-stadt.de Erstelldatum: 03. Mai 2004 Autor: Wiest, Hill |