| Projektskizze
»Schrumpfende Städte«
Das Projekt befaßt sich mit städtischen Schrumpfungsprozessen,
die sich in den letzten Jahren an vielen Orten der Welt dramatisch
ausgeweitet haben und ein stark zunehmendes Interesse sowohl bei Fachleuten
als auch in der Öffentlichkeit erfahren. Am Beispiel ausgewählter
Standorte im In- und Ausland sollen die Ursachen von Depopulation
und Deökonomisierung sowie deren Wirkungen auf die urbane Kultur erforscht
werden. Aufbauend auf den Ergebnissen sollen dann lokale Projekte
konzipiert und realisiert werden. Dabei werden einerseits Handlungsstrategien
zur innovativen Entwicklung des Stadtraums und seines Gebrauchs erarbeitet,
andererseits reflexive Arbeiten erstellt, die bestehende kulturelle
Werte, Wahrnehmungs- und Denkweisen in Bezug auf die nachindustrielle
Entwicklung der Städte überprüfen. Anliegen des Projektes ist, die kulturelle Relevanz
des Themas zu klären und damit eine Lücke zu schließen, die in den
bisher von ökonomischen, soziologischen und stadtplanerischen Gesichtspunkten
dominierten Debatten klafft. Ziel des Projektes ist es, die Bedeutung
von Schrumpfstädten für das kulturelle Selbstverständnis moderner
Gesellschaften hervorzuheben und das Thema als allgemeines gesellschaftliches
Problem der öffentlichen Diskussion zugänglich zu machen. Der Leerstand von zur Zeit 1 Million Wohnungen in
Ostdeutschland der sich bis zum Jahr 2030 aufgrund der demographischen
Entwicklung voraussichtlich verdoppeln wird , ferner die Vielzahl
brachliegender Gewerbebauten, sozialer Einrichtungen sowie aufgegebener
Industrie- und Militärareale sind im letzten Jahr zu einem zentralen
Thema nicht nur unter Architekten und Stadtplanern, sondern auch der
allgemeinen politischen Diskussion in Deutschland geworden. Was zunächst
als spezifische Folge der deutschen Teilung und Vereinigung erscheint,
erweist sich bei genauerer Betrachtung als Muster der zivilisatorischen
Entwicklung, welches sich in ähnlicher Form in den USA, in Großbritannien,
in Belgien, im Baltikum, in Sibirien, in Kasachstan oder in China
finden läßt. Hier und an weiteren Standorten sind Stadtteile, Städte
und Stadtregionen von Depopulation und Deökonomisierung gezeichnet.
Es sind die Verlierer der Transformation von der fordistischen Industrie-
zur globalisierten Dienstleistungsgesellschaft. Dieser Prozeß umfasst
neben dem Verlust von Industriekomplexen und Infrastrukturen den Abbau
von Verwaltungsstrukturen und Militärstandorten ebenso wie Transformationen
in den Wohnbedürfnissen und dem Freizeit- und Mobilitätsverhalten. Während man in den internationalen Stadtdiskursen
das Augenmerk ganz auf die wachsenden Megapolen und Agglomerationen
richtet, bilden sich parallel weitgehend unbeachtet Zonen der Schrumpfung,
in denen städtische ebenso wie ländliche Bereiche, ja ganze Landesteile
von Bevölkerungsverlusten in Millionenhöhe und hoher Arbeitslosigkeit
gekennzeichnet sind. Aufgrund der prognostizierten rückläufigen Bevölkerungsentwicklung
in zahlreichen Ländern wie Rußland, dem Baltikum, Ungarn, Deutschland
und Italien wird sich diese Polarisierung in den nächsten Jahrzehnten
verschärfen. Schrumpfstädte konterkarieren das seit der Industriellen
Revolution gewohnte Bild der »boomtown«, einer von stetigem wirtschaftlichen
und demographischen Wachstum geprägten Großstadt. Schrumpfstädte provozieren
ein Umdenken sowohl im Hinblick auf traditionelle Vorstellungen der
europäischen Stadt als auch auf die zukünftige Entwicklung urbaner
Welten. Urbane Schrumpfung ist städtebaulich kaum zu steuern
und bringt eine Vielzahl von Problemen mit sich. Vor allem die Aktiven
und Mobilen ziehen weg an Standorte, die ihnen bessere Chancen bieten.
Zurück bleiben tendenziell ältere und unbeweglichere Teile der Bevölkerung,
die für neue Arbeitsfelder schlecht ausgebildet sind und nur über
geringe finanzielle Ressourcen verfügen. Die Arbeitslosigkeit ist
hoch; soziale Netzwerke zerbrechen. Die Standorte befinden sich in
einem Down-cycle-Prozeß. Es gibt kaum neue Investitionen; Banken verweigern
Kredite. Dadurch gibt es wenig Erneuerung. Die Standorte laufen Gefahr,
technologisch, baulich wie kulturell zu veraltern. Die Entvölkerung
führt zu einer Entdichtung von Stadtstrukturen; die Aufrechterhaltung
städtischer Funktionen, ob technisch, sozial oder kulturell, steht
in Frage. Es entstehen neue Stadttypen, für deren Eigenart bisher
weder Vorstellungsbilder noch gar Gebrauchsformen entwickelt wurden. Angesichts der Dramatik der Situation in den ostdeutschen
Bundesländern wurden seitens der Bundesregierung für den »Stadtumbau
Ost« 2,5 Milliarden Euro bereitgestellt. Dieses Programm fokussiert
jedoch, ebenso wie Teile der bisherigen Debatte, einen wohnungswirtschaftlichen
Blick und beschränkt sich im wesentlichen auf den Abbau, das heißt
den Abriß, überschüssigen Wohnraums sowie auf die Aufwertung von Wohnquartieren.
Diese notwendigen Maßnahmen allein reichen aber nicht aus, um angemessen
auf den Wandel der betroffenen Städte zu reagieren. Das Thema »schrumpfende Städte« ist eine gesellschaftliche
Frage, die nicht in den Grenzen der Wohnungswirtschaft und der planerischen
Disziplinen von Architektur und Städtebau beziehungsweise Stadtplanung
allein diskutiert werden kann, zumal deren klassische Instrumente
angesichts der neuen Aufgaben nicht greifen. Die Stadt ist zum einen
Plattform kultureller Produktionen, zum anderen selbst kultureller
Ausdruck unserer Gesellschaft. Als solche hat sie zentrale Bedeutung
für unser Selbstverständnis. Die durch Schrumpfung verursachten, einschneidenden
Veränderungen der Städte stellen deshalb nicht nur eine ökonomische
und soziale, sondern auch eine kulturelle Herausforderung dar. Die
schrumpfenden Städte und Stadtteile befinden sich in einer Transformation,
die durch den Entzug der bisherigen ökonomischen und kulturellen Basis
verursacht worden ist. Aus kultureller Sicht stellt sich somit das Problem,
inwieweit schrumpfende Städte Ausgangspunkt für alternative kulturelle
Praktiken sein können und in welcher Weise die ungeplante, kaum steuerbare
Transformation als Ausdruck unserer Gesellschaft kulturell artikuliert
werden kann. Die Relevanz des Themas drückt sich in folgenden Fragen
aus: -
Wie konstituiert sich eine Stadt, wenn sich ihr Zusammenhang
nicht mehr über ein bauliches Kontinuum herstellen läßt? Welche Ideen,
Bilder und Vorstellungen von Stadt rufen diese neuen Typen hervor?
Wie können sich öffentliche Räume und soziale Zusammenhänge in einer
fragmentierten Stadtlandschaft herausbilden? -
Wie gehen wir mit nicht gewollten Überschüssen an
Räumen, Gebäuden, Objekten um? Wie gehen wir mit dem technologisch,
kulturell, zivilisatorisch Veralteten um? Was bedeuten Verlust, Erinnerung,
Zerstörung, Zerstörungslust und Vandalismus in diesem Kontext? Wie
kann die Dekultivierung gestaltet werden? -
Wie können die ungeplanten städtischen Strukturen
im Alltag benutzt werden? Welche innovativen kulturellen Praktiken
bilden sich in diesen neuen urbanen Situationen? Können wir im Ungeplanten
ein innovatives Potential, gar eine Utopie oder Vision entdecken? -
Wie leben Menschen, wenn kaum mehr Erwerbsarbeit
vorhanden ist? Inwieweit können nicht monetäre Werte, etwa soziales
Kapital, mangelnde Investitionen ersetzen? Welche Rolle können informelle
Ökonomien, Selbstorganisation und sogenannte Sub-Standard-Räume in
unserer Gesellschaft einnehmen? Anliegen des Projektes ist es, den Diskurs über Schrumpfstädte
um seine kulturelle Bedeutung zu erweitern und damit Impulse für den
Umgang mit diesem Phänomen zu geben. Dazu sollen einerseits die Entwicklungen
in Ostdeutschland in einen internationalen Zusammenhang gestellt,
andererseits unterschiedliche künstlerische, gestalterische und wissenschaftliche
Disziplinen in die Suche nach Handlungsstrategien einbezogen werden. Das Projekt besteht aus drei Komponenten: erstens aus einer Internationalen Untersuchung
mit Recherche und Dokumentation im internationalen Vergleich; zweitens aus Projekten für schrumpfende Städte
mit Konzeptionen von Interventionen und deren exemplarischer Umsetzung;
drittens aus der Kommunikation und Präsentation durch Veröffentlichung
der Ergebnisse mittels Ausstellungen, Publikationen, Internetforum
et cetera. In den letzten Jahren hat sich unter Fachleuten immer
mehr die Einsicht durchgesetzt, daß das scheinbar vereinzelt auftretende
Phänomen der Schrumpfstadt auf global wirksame, zivilisatorische Prozesse
zurückzuführen ist, von dem in Zukunft weite Teile der Welt betroffen
sein werden. Die geplante internationale Studie soll eine bislang
vernachlässigte vergleichende Auseinandersetzung ermöglichen, den
Austausch von Erfahrungen und Know how fördern und zur Bildung einer
Arbeitsgemeinschaft internationaler Experten beitragen. Ziel der Studie
ist es, tiefere Einblicke in die zugrundeliegenden Prozesse sowie
neue Gesichtspunkte für den Umgang mit den von Schrumpfung betroffenen
urbanen Räumen zu gewinnen. Dazu werden an vier Standorten in den USA, Europa
und Asien Städte, die von Depopulation und Deökonomisierung geprägt
sind, exemplarisch recherchiert und dokumentiert. Die Standorte sind
Detroit (USA), Manchester/ Liverpool (Großbritannien), Ivanovo (Russland)
und die Region Halle-Leipzig-Bitterfeld. Die Arbeit an den verschiedenen Standorten leistet
je ein lokales interdiziplinäres Team, dem je ein Urbanist, ein Soziologe,
ein Kulturwissenschaftler und ein dokumentarisch arbeitender Künstler
angehören. Ihre Untersuchung besteht aus vier Teilen: a. einer Analyse der benannten Untersuchungsräume
in einheitlicher Methode und Darstellung; b. Mikrountersuchungen von einzelnen Akteuren
und innovativen Alltagspraktiken unter der Leitfrage, wie die dort
noch Wohnenden leben und welche innovativen Formen des Umgangs mit
Raum und der Selbstorganisation sich gebildet haben; c. der Einbeziehung von Kulturschaffenden, Wissenschaftlern
und sozialen Initiativen, die fähig sind, in schrumpfenden Städten
innovativ zu intervenieren; d. der Recherche und Dokumentation von Formen
kultureller Reflektion über schrumpfende Städte in Film, Foto, Literatur
und anderen Kunstformen. Die vier Standortuntersuchungen werden ergänzt durch
eine übergreifende Betrachtung, die einerseits globale Einflüsse und
Entwicklungstrends aufzeigt und die anderseits die Ergebnisse der
lokalen Untersuchungen vergleicht und hieraus Schlußfolgerungen zieht. Während des einjährigen Arbeitsprozesses treffen
sich die vier Teams einmal an jedem der vier Standorte. Das erste
dieser vier Arbeitstreffen findet im November 2002 in Ostdeutschland
statt. Das Kuratorische Team legt dabei die Regeln der Bearbeitung
fest und moderiert den Arbeitsprozeß. Die Ergebnisse der Internationalen
Untersuchung werden in Form einer Wanderausstellung und eines Buches
kommuniziert. Die vorbenannte internationale Studie dient als Grundlage
für die Konzeption von Interventionen in schrumpfenden Städten. Aufbauend
auf der kritischen Reflektion werden Perspektiven für den Umgang mit
und für die Weiterentwicklung von schrumpfenden Städten gezeigt. Die
mit immensen Problemen behaftete Eigenentwicklung dieser Städte erfordert
innovative Lösungen; sie wird zum Ausgangspunkt kultureller Neuerungen.
Aufgrund eines solchen Perspektivwechsels braucht Schrumpfung nicht
mehr allein als Verlust erfahren, sondern kann auch zum Ausgangspunkt
der Entstehung von Neuem werden. Die Umstrukturierung der Städte bietet
die Chance, neue urbane Strategien, künstlerische Konzepte und räumliche
Netzwerke zu verwirklichen; zugleich stellt sie bisherige kulturelle
Werte, Denk- und Handlungsweisen in Frage. Die Projekte gliedern sich in zwei Gruppen:
künstlerische Bearbeitungen von überschüssigem Material;
künstlerische Konzeptionen von Abriß und Erinnerung sowie die Dokumentation
der verschwindenden Orte;
Konzepte für soziokulturelle Nutzungen leerstehender Gebäude;
Konzepte für die Bewahrung von Bauten ohne Nutzung;
die Realisierung temporärer oder medial gestützter öffentlicher Räume
in Regionen mit Defiziten an öffentlicher sozialer Infrastruktur;
die Generierung individueller Aneignung von ungenutzen Räumen und
Bauten;
Konzepte der Partizipation und Kommunikation;
Katalysatoren für die Identitätsbildung über kommunikative Mittel
und soziale Prozesse.
die Differenz zwischen mentaler Stadtvorstellung und Alltagsverhalten;
die Rolle der Akteure, das heißt der Bewohner, der Eigentümer, der
Kommunen und des Staats;
die Migration;
Angst, Verwilderung, Dezivilisierung, Vandalismus;
utopische Projekte. Zur Durchführung der beiden Gruppen von Projekten
sind, jeweils in Kooperation mit den Trägern, zwei Instrumente vorgesehen: a. ein Internationaler Wettbewerb und b. Vor-Ort-Eingriffe an deutschen Standorten.
Mittels dieser Instrumente soll ein Angebot potentieller Interventionen
entstehen, die beispielhaft Perspektiven für den kulturellen Umgang
mit schrumpfenden Städten bieten. Dabei sollen den betreffenden Standorten
Impulse für die Diskussion ihrer neuen Lage und den lokalen Akteuren
Handlungsmöglichkeiten gegeben werden. Zu vier Aufgaben mit Bezug auf schrumpfende Städte
wird das Kuratorische Team einen Offenen Internationalen Wettbewerb
ausloben, zu dem Konzepte für Projekte eingereicht werden können.
Die Aufgaben werden vom Kuratorischen Team unter Rückgriff auf die
Internationale Untersuchung und in Rücksprache mit den Beratern formuliert.
Für das Verfahren wurde die in Berlin ansässige Zeitschrift Arch+
gewonnnen, die für ihre internationale Ausrichtung bekannt ist. Der Wettbewerb wird im Herbst 2003 in Arch+, gleichzeitig
mit Hinweisen in anderen Organen sowie auf der web site der Kulturstiftung
des Bundes, bekannt gemacht. Nach der ersten Bearbeitungsstufe von
vier Monaten wählt eine international besetzte Jury fünfzehn Wettbewerbsbeiträge,
die zwecks weiterer Bearbeitung mit einem Honorar von je 10000 Euro
dotiert werden. Nach deren Fertigstellung zeichnet die Jury drei Arbeiten
aus. Für die Realisierung der prämierten Beiträge wird jeweils ein
Sockelbetrag von 15000 Euro zur Verfügung gestellt; für eventuell
erforderliche weitere Mittel sind andere Partner zu finden. Die Ergebnisse
des Wettbewerbs werden in einem zweisprachigen Sonderheft von Arch+
publiziert und in der ergänzten Ausstellung öffentlich vorgestellt. In Kooperation mit zwei der Träger, das heißt der
Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig und der Stiftung Bauhaus
Dessau, wird das Kuratorische Team modellhafte Projekte anregen und
in Auftrag geben. Die Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig ist
die profilierteste Institution ihrer Art in den ostdeutschen Bundesländern.
Zugleich ist sie lokal gut vernetzt und in zahlreiche Prozesse auch
außerhalb des Kunstbetriebs involviert, etwa die »Südraumkonferenz«
oder Workshops zum Stadtumbau. Zusammen mit der Galerie für Zeitgenössische
Kunst Leipzig werden durch direkte Aufträge, Workshops und Stipendien
künstlerisch orientierte Projekte angeregt. Die Stiftung Bauhaus Dessau ist die einzige Architekturinstitution
in Deutschland, die gleichermaßen in Theorie, Praxis und Lehre tätig
ist. Sie hat mit ihrer Buchreihe nicht allein wichtige Beiträge zur
Diskussion über die zeitgenössiche Stadt vorgelegt, sondern ist lokal,
regional und international an städtebaulichen Projekten beteiligt,
sei es das »Industrielle Gartenreich« als Teil der Expo 2000, seien
es Planungen für Rio de Janeiro und Adis Abeba oder die »Internationale
Bauausstellung« Sachsen-Anhalt. Die Netzwerke der Stiftung Bauhaus
Dessau bieten eine ausgezeichnete Voraussetzung, um mit ihr sozial
und urbanistisch orientierte Projekte zu initiieren. Das Kuratorische Team wird die modellhaften Projekte
durch dreizehn direkte Aufträge, durch bis zu vier Workshops und durch
sechs Stipendien in Gang bringen. Für bestimmte Aufgaben und Standorte werden direkte
Aufträge an kulturell oder wissenschaftlich tätige Personen und Gruppen
vergeben. Zu diesen Aufträgen gehört auch die Qualifizierung bestehender
örtlicher Initiativen, die durch Zusammenarbeit mit innovativen Kulturschaffenden
gestärkt werden sollen. In Kooperation mit je lokalen Akteuren werden
für spezifische Probleme bis zu vier interdisziplinäre Workshops stattfinden.
Zur Unterstützung der Vorhaben werden ferner sechs ein- bis dreimonatige
Stipendien für die Verpflichtung einiger, mit dem Thema Schrumpfung
vertrauter, ausländischer Kulturschaffender oder Wissenschaftler bereitgestellt. Auf Grundlage dieser Maßnahmen soll sich im Zeitraum
von April 2003 bis September 2004 ein Pool von Ideen, Konzepten und
modellhaften Projekten zur Intervention in urbanen Kontexten bilden.
Aus dieser Masse wird das Kuratorische Team fünf Beispiele zur Verwirklichung
bestimmen. Diesen Vor-Ort-Eingriffen in deutschen Städten steht ein
Sockelbetrag von je 15000 Euro zur Verfügung. Für eventuell erforderliche
weitere Mittel sind andere Partner zu finden. Schon während der Arbeit werden Ergebnisse der Internationalen
Untersuchung und der Projekte für schrumpfende Städte kommuniziert. Zu Beginn des Vorhabens »Schrumpfende Städte« wird
eine interaktive web page eingerichtet, die Idee und Konzept des Projekts,
den Prozeß der Arbeit und Ergebnisse je aktuell kommuniziert. Die
web page dient auch als Forum des Publizierens und Kontaktierens für
projektexterne Kulturschaffende und weitere Interessierte. Sie erhalten
die Möglichkeit, eigene Beiträge zur Veröffentlichung einzureichen.
Die Internetplattform wird ständig weiterentwickelt und aktualisiert. Den Abschluß der Internationalen Untersuchung markieren
eine Wanderausstellung (Eröffnung Anfang 2004, zirka 750 Quadratmeter)
und ein Buch (Erscheinen Anfang 2004, zirka 350 bis 400 Seiten). Die
Ausstellung wird zunächst an den Standorten der Untersuchung gezeigt,
dort aber nicht in Museen oder ähnlichen Einrichtungen, sondern an
aufgegebenen Orten, die früher eine wichtige Rolle im Leben der Städte
spielten. Damit wird die Ausstellung selbst zu einem Mittel der Entwicklung
von Eingriffen vor Ort. Das Buch wird in deutscher wie englischer
Sprache erstellt. Die getrennten Ausgaben sollen in einem Verlag mit
Schwerpunkt bei zeitgenössischer Architektur und Kunst sowie mit deutsch-
und englischsprachigem Programm und Vertreib erscheinen. Auch Teile der Arbeit selbst sind öffentlich. Hierzu
gehören für die Medien öffentliche Workshops, offene Wettbewerbsverfahren
und lokale Prozesse im Kontext der Vor-Ort-Eingriffe. Die Ergebnisse
des Wettbewerbs werden, wie erwähnt, in einem zweisprachigen Sonderheft
der Zeitschrift Arch+ veröffentlicht. Die acht realisierten Projekte, das heißt drei Wettbewerbsbeiträge
und fünf Vor-Ort-Eingriffe, sind als reale Interventionen in städtischen
Räumen öffentlich wirksam. Die erste Ausstellung wird um einen zweiten Teil
von gleicher Größe ergänzt; dieser dokumentiert die nicht realisierten
und die realisierten Projekte. Ein zweites Buch, von gleicher Gestaltung
und Ausstattung wie das erste, beschreibt diesen neuen Teil der Ausstellung. Projekt für die Bundeskulturstiftung Philipp Oswalt (Architekt
/ Publizist, Berlin) Nikolaus Kuhnert (Herausgeber
Zeitschrift Arch+, Berlin) Kyong Parc (International
Center for Urban Ecology, Detroit) Barbara Steiner (Direktorin
Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig) Walter Prigge (Stiftung
Bauhaus Dessau) Stefano Boeri (IUAV Venedig) Christine Hannemann (Soziologin,
Humboldt Universität Berlin) Wolfgang Kil (Architekturkritiker,
Berlin) Joachim Krausse, (Kulturwissenschaftler,
FH Sachsen-Anhalt Dessau) Ulf Matthiesen (IRS Erkner) Ulrich Pfeiffer (Stadtökonom,
Empirica, Berlin / Bonn) Vier interdisziplinär
besetzte, lokale Gruppen von je zirka vier Personen Galerie für Zeitgenössische
Kunst Leipzig Stiftung Bauhaus Dessau Zeitschrift Arch+ September 2002 April 2005 |
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| Dies ist
ein Dokument der Seite www.schrumpfende-stadt.de Erstelldatum: 24.11.2002 Autor: Philipp Oswalt |