Rechenprogramm zur kommunalen Wohnungsnachfrageprognose mit hoher Resonanz

Die rückläufigen Bevölkerungsentwicklungen, wie sie sich in den meisten deutschen Kommunen abzeichnen, führen zwangsläufig auch zu einer Veränderung der Wohnungsnachfrage. Auswirkungen solcher Nachfrageveränderungen zeigen sich in den ostdeutschen Städten in der teilweisen dramatischen Entwicklung der Wohnungsleerstände besonders deutlich. Auch in den westdeutschen Kommunen treten infolge der rückläufigen Bevölkerungsentwicklungen und des Strukturwandels Stadtumbauprobleme verstärkt auf. Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen des Projektes „Struktureller Wandel der Wohnungsnachfrage in Stadtregionen unter Schrumpfungsbedingungen“ ein interaktives Rechenprogramm „Kommunale Wohnungsnachfrageprognose“ erarbeitet. Die Methodik ist so angelegt, dass die Kommunen auf der Basis ihrer Einwohnerdaten ihre zukünftigen Bevölkerungs-, Haushalts- und Nachfrageentwicklungen selbst abschätzen können. Der Prognosehorizont umfasst 15 Jahre und gliedert sich in drei 5-Jahresabschnitte. Das Programm steht allen Interessenten unter der Adresse www.ioer.de zur interaktiven Nutzung zur Verfügung.

Die am Wettbewerb „Stadtumbau Ost“ teilnehmenden Kommunen machten von diesem Angebot des IÖR bei der Erstellung ihrer integrierten Stadtentwicklungskonzepte regen Gebrauch. Derzeit bestehen 5400 Zugriffe auf die Internetseite „Kommunale Wohnungsnachfrageprognose“. Die Anzahl der tatsächlich durchgeführten Prognoserechnungen ist uns leider nicht bekannt. Wir wissen derzeit jedoch, dass 76 Kommunen sich einverstanden erklärten, uns ihre insgesamt 422 Prognoserechnungen für Forschungszwecke zur Auswertung zur Verfügung zu stellen.

In den meisten Kommunen weisen die erstellten Szenarien weitere Einwohnerverluste und fast immer auch rückläufige Haushaltszahlen aus. Pro Kommune wurden oft 2 oder 3 Szenarien zur Bevölkerungs- und Nachfrageentwicklung erstellt. Kommunen zwischen 5 000 und 20 000 Einwohnern nutzten das Rechenprogramm für die Erstellung von Nachfrageszenarien am stärksten. Diese Kommunen machten rund 70 Prozent der Nutzer aus. Meist wurden die Nachfrageprognosen durch Planungsbüros im Auftrag der Stadtverwaltungen erstellt. Regional gesehen waren die sächsischen Kommunen die häufigsten Nutzer (rund 60 %). Die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern waren mit 13 uns bekannten Kommunen ebenfalls häufig vertreten. Von den Kommunen, die mit dem Rechenprogramm „Kommunale Wohnungsnachfrageprognose“ ihre Wohnungsprognosen erstellt haben, lassen sich die Städte Wismar, Barth und Wolgast als prämierte Kommunen beim Bundeswettbewerb „Stadtumbau Ost“ wiedererkennen.

Ansprechpartner:

Irene Iwanow  und Daniel Eichhorn       

Tel.: 0351 – 4679 249
Fax: 0351 – 4679 212

Institut für ökologische  Raumentwicklung e.V.
Weberplatz 1 
01217 Dresden                                                        

Internet: www.ioer.de

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Dies ist ein Dokument der Seite www.schrumpfende-stadt.de
Erstelldatum: 25.11.2002
Autor: Irene Iwanow, Daniel Eichhorn