Newsletter Schrumpfende Stadt / Stadtumbau Ost Nr. 4, Dezember 2002


Inhalt

I. Beiträge zur schrumpfenden Stadt im Online-Magazin von schrumpfende-stadt.de
- Der Blick ins Ausland: Stadtschrumpfung in Detroit und Manchester
- Implementierungsprobleme des Programms “Stadtumbau Ost"
- Internetnutzung des Rechenprogramms "Kommunale Wohnungsnachfrageprognose"
- Projekt "schrumpfende Städte"
- Diplomarbeit "Integrale Konzepte für den Stadtumbau"
- "Stadtumbau und Spaß dabei"

II. Ausgewählte neue Veröffentlichungen
- Neue Länder - Neue Sitten
- Wohnungsmarkt unter Schrumpfungsbedingungen - Wohnungsleerstand in ostdeutschen Städten

III. Ausgewählte Termine im November/ Dezember 2002

IV. Neuigkeiten
- Prämierung der Wettbewerbsbeiträge "Stadtumbau Ost"
- Stadtumbaukonzept von Schwerin im Internet
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I. Beiträge zur schrumpfenden Stadt im Online-Magazin

1. Der Blick ins Ausland: Stadtschrumpfung in Detroit und Manchester
Das aktuelle Problem der Schrumpfung ostdeutscher Städte stellt in Deutschland eine relativ neue Herausforderung für die Stadtpolitik und –planung dar. Planerische Ansätze der Regenerierung und des Stadtumbaus können auf relativ wenig Vorkenntnisse und Erfahrungen zurückgreifen. Im internationalen Kontext ist die Schrumpfung von Städten dabei kein neues Phänomen. In einem kleinen Schwerpunkt beschäftigt sich die Dezember-Ausgabe des Online-Magazins auf schrumpfende-stadt.de mit schrumpfenden Städten außerhalb der Bundesrepublik. Manfred Kühn berichtet aus Detroit, das bis zum Jahr 2000 etwa 900.000 Einwohner verlor, Heike Liebmann skizziert die englische Stadtentwicklungspolitik am Beispiel von Manchester, eine der Städte Englands die lange Zeit mit Synonymen wie „verfallen“, „schmutzig“, „unattraktiv“ und „wirtschaftlich am Ende“ belegt wurden. Die Entwicklungsgeschichte der Stadt ist eine Geschichte von Umbrüchen, wobei sich die ökonomischen, sozialen und politischen Strukturen mehrfach grundlegend verändert haben.

2. Implementierungsprobleme des Programms “Stadtumbau Ost"
Aus volkswirtschaftlicher Sicht stellen große Teile des Programms “Stadtumbau Ost“ eine Subventionierung der Wohnungswirtschaft dar, wodurch Nachfrage- und Angebotssignale auf dem Wohnungsmarkt verzerrt werden. Unter dem Aspekt der Subventionen stellt das Programm “Stadtumbau Ost“ insofern eine Steigerung oder neue Qualität dar, als mit seinem In-Kraft-treten nun Neubau und Abriss gleichzeitig gefördert werden, was ein Außenstehender ohne Kenntnisse der ostdeutschen Stadtentwicklung nach 1990 eigentlich nur noch als Endstadium einer um sich greifenden Subventionitis begreifen kann.
Peter Franz setzt sich in seinem Beitrag mit Implementierungsproblemen des Programms “Stadtumbau Ost"auseinander. Der Text war Vorlage für einen Vortrag auf der Tagung "Wohnungswirtschaft und Städtebau stellen sich dem demographischen Wandel“ des Instituts für Ökologische Raumentwicklung in Dresden am 27.11.2002.

3. Internetnutzung des Rechenprogramms "Kommunale Wohnungsnachfrageprognose"
Vor dem Hintergrund der infolge der rückläufigen Bevölkerungsentwicklungen und des Strukturwandels verstärkt auftretenden Stadtumbauprobleme wurde im Rahmen des Projektes „Struktureller Wandel der Wohnungsnachfrage in Stadtregionen unter Schrumpfungsbedingungen“ am IÖR in Dresden ein interaktives Rechenprogramm „Kommunale Wohnungsnachfrageprognose“ erarbeitet. Irene Iwanow und Daniel Eichhorn geben einen Einblick in die Internetnutzung dieses Rechenprogramms.

4. Projekt "schrumpfende Städte"
Unter der Rubrik aktuelle Projekte skizziert Philipp Oswalt sein Projekt "schrumpfende Städte". Das Projekt befaßt sich mit städtischen Schrumpfungsprozessen, die sich in den letzten Jahren an vielen Orten der Welt dramatisch ausgeweitet haben und ein stark zunehmendes Interesse sowohl bei Fachleuten als auch in der Öffentlichkeit erfahren. Am Beispiel ausgewählter Standorte im In- und Ausland sollen die Ursachen von Depopulation und Deökonomisierung sowie deren Wirkungen auf die urbane Kultur erforscht werden.

5. Diplomarbeit "Integrale Konzepte für den Stadtumbau"
Benjamin Gundlach und Winfried Härtel haben an der TU Berlin ihre Diplomarbeit mit dem Titel "Integrale Konzepte für den Stadtumbau in gründerzeitlichen Quartieren am Beispiel des Jahnschulviertels in Wittenberge" abgeschlossen und stellen eine kurze Einführung und eine Kurzzusammenfassung vor.

6. "Stadtumbau und Spaß dabei"
Achim Schroer versucht mit seinem Text eine alternative Sicht auf die Schrumpfungsprozesse in Ostdeutschland. Die Folgen der dauerhaften demographischen Schrumpfung der ostdeutschen Städte waren jahrelang ein Tabuthema. Sie konnten aus politischen Gründen nicht ernsthaft diskutiert werden, da sich v.a. Bundes-, aber auch Landes- und Kommunalpolitiker nicht von der Wachstumsvision der „blühenden Landschaften“ verabschieden wollten. Läßt sich Stadtumbau vielleicht doch noch anders planen und erfahren als mit zusammengebissenen Zähnen und einem schlechten Gewissen?

Alle Beiträge erreichen Sie auch über den Link http://www.schrumpfende-stadt.de/magazin.htm

II. Ausgewählte neue Veröffentlichungen:

1. Hannemann / Kabisch / Weiske (Hg.): Neue Länder – Neue Sitten? Transformationsprozesse in Städten und Regionen Ostdeutschlands
Städte und Regionen in den neuen Bundesländern unterliegen seit Anfang der neunziger Jahre einem bisher unbekannten Veränderungsdruck. Tiefgreifender Strukturwandel, städtebauliche Auf- und Abwertungen, völlig neue Planungskonstellationen, kommunale Selbstverwaltung, soziale und territoriale Mobilität sowie demographische Einbrüche sind neuartige Herausforderungen für das Selbstverständnis zukünftiger Stadt- und Regionalentwicklung in Ostdeutschland. Die Texte des Sammelbandes untersuchen diese Entwicklungen aus den unterschiedlichsten Perspektiven und eröffnen damit neue Facetten der soziologischen Stadt- und Regionalforschung unter Transformationsbedingungen.

Infotext als pdf-Datei (137kb): http://www2.rz.hu-berlin.de/stadtsoz/Veroeffentlichungen/Werbezettel.pdf
Bestellung: Schelzky & Jeep, Tel. (030) 693 94 95; eMail: Schelzky.Jeep@T-Online.de

2. Juliane Banse, Karl-Heinz Effenberger: Wohnungsmarkt unter Schrumpfungsbedingungen - Wohnungsleerstand in ostdeutschen Städten
IÖR-Texte Nr. 138, Oktober 2002
Viele Städte in Ostdeutschland stehen vor der Aufgabe, ihre Wohnungsbestände einer langfristig sinkenden Wohnungsnachfrage anzupassen. Die Bevölkerungsverluste waren teilweise so hoch, dass es zwischen 1995 und 2000 in etwa einem Drittel der 107 ostdeutschen Städte mit über 20.000 Einwohnern zu einem spürbaren Rückgang der Haushaltszahlen gekommen ist.

Infotext: http://www.ioer.de/text_138.htm
Bezug: Institut für ökologische Raumentwicklung e.V., Weberplatz 1, 01217 Dresden, z. H. Frau Gisela Richter, Tel.: (0351) 46 79 267, Fax: (0351) 46 79 212, E-Mail: gisela.richter@ioer.de, Preis: 4,00 EUR zuzüglich Versandkosten

3. GdW Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen: Wohnungswirtschaftliche Daten und Trends 2002/2003
Mit den "Wohnungswirtschaftlichen Daten und Trends 2002/2003" legt der GdW eine umfassende Darstellung der sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen und Entwicklungen vor, auf die sich die Unternehmer bei ihren Planungen und Entscheidungen einstellen müssen. Dieses wohnungswirtschaftliche Jahrbuch enthält eine Analyse der wichtigsten makroökonomischen und branchenbezogenen Daten und Fakten. Der Schwerpunkt der neuen Publikation liegt in der Auswertung der Ergebnisse der GdW-Jahresstatistik 2001 und einiger GdW-Sonderbefragungen. Dabei sind die Erhebungen des Statistischen Bundesamtes und der wichtigsten Wirtschaftsforschungsinstitute mit einbezogen.

Weitere Infos und Bestellmöglichkeit der kostenpflichtigen Broschüre (25 Euro): http://www.gdw.de/db/publ.nsf/bc526bb3c8c833d7c1256ade00243f93/652efdd9d18512cfc1256c690031c322?OpenDocument

III. Ausgewählte Termine im November / Dezember 2002:

29./ 30.11.2002, Brandenburg/ Havel, 12.30 Uhr:
Konfliktfelder, Merkmale und Lösungsansätze der Stadtentwicklung in Ostdeutschland sowie Stadtumbau Ost (Trends des Stadtumbauprogramms, Schrumpfungsprozesse und die Chancen der Innenstadtentwicklung als Wohnstandort bei hohen Leerstandsraten, Austausch mit lokalen Akteuren der Stadtsanierung, Stadtrundgang). 2-tägiger Workshop des IfR-Arbeitskreis Zukunft Wohnen.

Weitere Informationen unter: http://www-public.tu-bs.de:8080/~schroete/zukunftwohnen.htm
Programm unter: http://www.schrumpfende-stadt.de/magazin/zukunft_wohnen_brb.htm
Anmeldung bei Nicola Müller  (nicola.mueller@berlin.de)

11. Dezember 2002 im Ludwig-Erhard-Haus, Berlin
Tagung vhw: Wohnungsprivatisierung auf dem Tablett: Tafelsilber oder Sozialinstrument?
Die Meldungen über Verkäufe von Wohnungsunternehmen und Wohnungsbeständen häufen sich. Sie sind Thema in vielen Städten in zahlreichen Bundesländern. Befürworter und Gegner dieser Form der Privatisierung führen – neben dem „schlichten“ Argument der leeren Kassen – jeweils aus ihrer Sicht triftige, wohnpolitisch abgeleitete Gründe an. Das vhw stellt auf dieser Veranstaltung bewährte wie aktuelle, lokal angepasste Beispiele zur Wohnungsprivatisierung aus der Praxis von Kommunen und Wohnungsunternehmen vor und bringt beide Seiten in eine Diskussion zur Kooperation.

Programm und weitere Informationen: http://www.vhw-online.de/aktuell/T5292059.PDF

11. November bis 13. Dezember 2002 BBR, Berlin
Eine Einsichtnahme in die Wettbewerbsbeiträge Erarbeitung integrierter Stadtentwicklungskonzepte im Rahmen des Programms "Stadtumbau Ost" ist nach Anmeldung unter der Tel. 01888-401-8366 im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Fasanenstraße 87, 10627 Berlin, Raum 3121 im angegebenen Zeitraum möglich.

15.  bis 17. Januar  2003, Berlin
Seminar: "Schrumpfung als Phänomen für die Siedlungsentwicklung - neue Herausforderungen und bisherige Erfahrungen"
In dem jährlich im Zusammenhang mit der Grünen Woche stattfindenden Kurs werden die jeweils aktuellen Anforderungen an die Planung in ländlichen Räumen und die Möglichkeiten zur Entwicklung ländlicher Räume aufgezeigt. Themenschwerpunkte der diesjährigen Fachtagung sind die Auswirkungen der rückläufigen Bevölkerungsentwicklung in ländlichen Räumen, die daraus entstehenden Anforderungen an Bund, Länder und Gemeinden sowie die daraus resultierenden Strategien und Handlungsmöglichkeiten.

Ort: Haus der Kirche, Goethestr. 27-30, 10625 Berlin, Teilnahmegebühr: 230 Euro
Information: Institut für Städtebau, Stresemannstr. 90, 10963 Berlin, Fon 030 / 230822-0, Fax 030 / 230822-22
Programm: http://www.staedtebau-berlin.de/443.htm

18. Januar 2003, Berlin
SRL-Arbeitskreis Stadtumbau: Kooperation für den Stadtumbau - Zusammenarbeit der Wohnungsunternehmen und der Stadt; Ort: Haus der Demokratie, Robert-Havemann Saal, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin, Information: Dipl.-Ing. Thomas Thurn, Klausener Platz 4, 14059 Berlin, Fon 0331 / 86 68-221, 0331 / 86 68-364, thomas.thurn@mswv.brandenburg.de

IV. Neuigkeiten

Prämierung der Wettbewerbsbeiträge "Stadtumbau Ost"
Die besten Stadtentwicklungskonzepte des Wettbewerbs "Stadtumbau Ost" wurden am 5. September 2002 von Bundesminister Kurt Bodewig und Staatsminister Rolf Schwanitz in der Caligarihalle in Potsdam-Babelsberg ausgezeichnet. Eine Übersicht der asugezeichneten Arbeiten und einen Kurzbericht über die Veranstaltung finden Sie unter
http://www.bmvbw.de/cms-aussen-spezial/externalViews/ExternalViews.jsp?contentId=12487&printView=true

Wettbewerbsbeitrag Schwerin im Internet
Die Landeshauptstadt Schwerin hat den gesatmstädtischen Teil des prämierten Wettbewerbsbeitrages "Stadtumbau Ost" im Internet unter http://www.stadtumbau.schwerin.de zum Download eingestellt. Nach Angaben des Stadtplanungsamtes ist ein Abruf ab ca. 02.12.2002 möglich.

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Erstelldatum: 27.11.2002
Autor: Thilo Lang